Wir wollen nur Dein Bestes
Mannomann, da meldet man einmal eine GmbH an, und schon bekommt man Post von überall her. Hier die Highlights:
Da schreibt eine “Allgemeine Gewerbedatenbank”. Ein immerhin recht offensichtlich als optionales Angebot, und betont auch fein, dass man die ca. 700 Euro nur bezahlen soll, wenn man in deren Verzeichnis gelistet sein will. Was daran “allgemein” sein soll, ist mir zwar nicht klar, aber immerhin nett, dass sie das Angebot auch als Angebot kennzeichnen. Das gleiche in Grün gab’s gleich darauf nochmal, von einer anderen Firma und sogar 5 Euro günstiger…
Und eine Krankenversicherung wird einem angedreht mit der Anschrift “Sehr geehrter Herr X, vielen Dank für Ihr Interesse an einer Krankenversicherung”. Auch hier immerhin klar erkennbar, dass man nicht unbedingt zahlen muss, sondern dass es ein Angebot ist und bleibt. Sehr nett auch, dass sich dieser Angebotsersteller mehr Mühe macht (mit Edding und Kuli nochmal sauber alles hervorgehoben) als der Durchschnitts-Versicherungsvertreter
Dann noch ein netter Brief – ah, dass muss vom Handelsregister sein – meldet sich dick und fett mit “Handelsregistervöffenlichung” und “Hinterlegungsbekanntmachungen”, schreibt alle Daten aus dem Handelsregister so schön zusammen, dass sich das Handelsregister selbst ein Beispiel daran nehmen könnte. Alles so, damit es möglichst offiziell aussieht und der unbedarfte GmbH-Gründer, der es sowieso seit kurzem gewohnt ist, von überall her Rechungen zu bekommen, auch gleich für die Veröffentlichung zahlt.
Im Kleingedruckten liest sich dann noch, dass das Handelsregister selbst veröffenlicht, und das Angebot in dem Schrieb (nur) eine Veröffentlichung auf irgendeiner mir völlig unbekannten Website darstellt.
Und wer dann auch noch die gewünschten 350 Euro überweist, bemerkt erst auf den 3. Blick (nein, nicht mal auf den 2.), dass er eine EU-Auslandsüberweisung nach Spanien tätigt!
Wie nett, dass andere nur das Beste von einem haben wollen…
Tags: Angebote, Gewerbedatenbank, Gründung, Handelsregister, Spanien